Debatte: Schlüter vs. Weber / Salomon

Bereits am 05.August nahm Eike Schlüter, Chefredakteur der Rosenheimer Nachrichten, Stellung zum Buch „Döser & Kathrein – Profiteure des Nazis“. Dabei trug er auch die Bitte diese ungekürzt hier zu veröffentlichen an verschiedene Personen des öffentlichen Lebens heran. Dieser Bitte soll nun mit einiger Verzögerung nachgekommen werden, (mehr…)

Eike Schlüter (Rosenheimer Nachrichten) zum Buch „Döser und Kathrein. Profiteure der Nazis?“

Sehr geehrter Herr Prof. Weber,
sehr geehrte Mitglieder der Geschichtswerkstatt Kolbermoor,
sehr geehrte Damen und Herren des DGB Bildungswerks und der GEW Oberbayern,

leider habe ich erst gestern Ihr Buch „Döser und Kathrein. Profiteure der Nazis?“ in die Hände bekommen. Was ich darin las, hat mich ehrlich gesagt tief erschüttert und kann von mir nicht unkommentiert stehen gelassen bleiben, zumal der Autor gleich mehrere Rechtsverstöße begeht.

Ich kann ja verstehen, dass Sie enttäuscht sind, dass die Thematik in der Rosenheimer Medienlandschaft wenig Beachtung findet. Aber die Art und Weise, wie Sie gleich auf zahlreichen Seiten auf mir und den ROSENHEIMER NACHRICHTEN (die ja wohl zweifelsfrei nicht zu „Profiteuren der Nazizeit“ zählen) „rumhacken“, halte ich für ungeheuerlich, unverschämt und illegal zugleich. Zumal es in der Region wahrscheinlich keine Zeitung gibt, die sich in den vergangenen sieben Jahren so häufig objektiv mit Themen der Linken und der Geschichtswerkstatt Kolbermoor befasst hat wie wir.

Herr Prof. Weber, Sie haben mir nach Ihrem Vortrag eine recht forsche E-Mail geschickt und gefragt, warum wir nicht über diesen berichtet haben. Ich hätte genauso reagieren können wie alle anderen Rosenheimer Medien anscheinend auf Ihre Anfragen reagieren: Ich hätte Sie also ignorieren können, denn schließlich bin ich Ihnen ja keine Rechenschaft schuldig. Stattdessen habe ich Ihnen offen und ehrlich geantwortet und versucht, Ihr Verständnis für unsere schwierige Situation zu gewinnen. Nun lese ich meine Antwort gemeinsam mit willkürlich zusammengestellten Auszügen aus Mails, die Sie von einer Teilzeit-Beilagenredakteurin unserer Zeitung erhalten haben, in Ihrem Buch. Herr Prof. Weber, damit verstoßen Sie gleich mehrfach massiv gegen das Briefgeheimnis! Und was ich persönlich ehrlich gesagt noch schlimmer finde: Sie missbrauchen zutiefst unser Vertrauen!

Sie erwecken in Ihrem Buch den Eindruck, die ROSENHEIMER NACHRICHTEN würden den Mailverkehr der Mitarbeiter kontrollieren. Fakt ist: die von Ihnen auf den Seiten 66 und 67 zitierte Mail unserer Beilagenredakteurin, in der sie Ihnen die Gründe für die Terminabsage erläutert, hat mir unsere Beilagenredakteurin von ihrem E-Mail-Postfach zuhause zur Info weitergeleitet (siehe Anhang)! In unserem Verlag wurde noch nie der E-Mail-Verkehr von Mitarbeitern überwacht und das wird ganz sicher auch in Zukunft so bleiben!

Sie behaupten in Ihrem Buch indirekt, die ROSENHEIMER NACHRICHTEN hätten deshalb nicht über die Thematik berichtet, weil ein Bruder von mir in einer Führungsposition bei der Firma Kathrein arbeiten würde. Fakt ist: Mein Bruder ist bereits seit dem 1. August 2008 (also lange vor Ihrem Vortrag und der Drucklegung Ihres Buches) nicht mehr für die Firma Kathrein tätig und hat mit dieser auch überhaupt nichts mehr zu tun.

Herr Prof. Weber, Sie sind immer ganz vorne dabei, wenn es darum geht, sich über die Arbeit der Rosenheimer Medien zu beschweren. Mit Ihrem Buch haben Sie sich nun selber ins Glashaus manövriert. Sie haben gegen nahezu alle journalistischen Sorgfaltspflichten verstoßen. Warum haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie für ein von Ihnen geplantes Buch eine Stellungnahme benötigen, weshalb unsere Zeitung nicht über Ihren Vortrag berichtet hat? Warum haben Sie weder unsere Beilagenredakteurin noch mich gefragt, ob Sie in Ihrem Buch aus vertraulichen E-Mails zitieren dürfen? (Als Journalist und Buchautor dürfen Sie aus solchen Mails nur dann zitieren, wenn Ihnen entweder das Einverständnis des Verfassers vorliegt oder ein herausragendes öffentliches Interesse am Inhalt besteht! Beides trifft hier ganz sicher nicht zu!) Warum haben Sie nicht nachrecherchiert, wie ich an die bereits erwähnte E-Mail unserer Beilagenredakteurin an Sie gekommen bin? Warum haben Sie nicht recherchiert, ob mein Bruder wirklich (noch) in einer Führungsposition für die Firma Kathrein arbeitet?

Ich hoffe stark, dass Sie bei Ihren Recherchen über die Firmengeschichte von OVB und Kathrein mehr Sorgfalt bewiesen haben – muss dies mittlerweile aber bezweifeln. Schon bei Ihrem Vortrag im Schützenhaus Ocakbasi haben Sie auf kritische Einwände aus den Reihen der Zuhörer mit größtmöglicher Arroganz und Intoleranz reagiert. Nachdem ich Ihre Arbeitsweise nun noch näher kennen gelernt habe, drängt sich mir der starke Verdacht auf, dass Sie in Ihrem Buch nur solche Indizien berücksichtigen, die in Ihr vorgefertigtes Weltbild passen.

Ich habe mich bereits mit unserem Anwalt besprochen und wir sind beide überzeugt, dass wir mit einer entsprechenden Unterlassungsklage Ihr Buch sofort vom Markt nehmen lassen könnten. Ich werde solche Schritte jedoch aus zwei Gründen nicht einleiten: Zum einen ist mir dafür die Zeit zu schade und die Tatsache, dass mich bis heute absolut niemand auf die heftigen Unterstellungen in Ihrem Buch angesprochen hat, zeigt wohl, dass das Werk ohnehin keine sonderliche Beachtung findet. Zum anderen – ob Sie es glauben oder nicht – begrüße ich idealistisch gesehen Ihre Aufklärungsarbeit in Sachen Döser und Kathrein, auch wenn ich mich mit Ihrer einseitigen Herangehensweise nicht identifizieren und Ihnen bei der „Öffentlichkeitsarbeit“ nicht helfen kann.

Ich habe mir seit der Gründung der ROSENHEIMER NACHRICHTEN im Jahr 2002 viel anhören müssen und mir ist Gegenwind wahrlich nicht fremd. Herr Weber und Herr Salomon sind aber glücklicherweise die ersten, die mir Feigheit vorwerfen. Ich kann mit diesem Vorwurf umgehen, da ich im Gegensatz zu den beiden Herren der Überzeugung bin, dass Intelligenz manchmal der bessere Ratgeber ist als blinde ideologische Verborrtheit. Ich hätte es auch hingenommen, wenn Sie uns in dem Buch einfach nur vorgeworfen hätten, dass wir nicht über den Vortrag berichtet haben. Aber die Art und Weise, wie umfangreich und unsachlich Sie hier die ROSENHEIMER NACHRICHTEN attackieren und uns uns damit fast schon in die Reihe der „Nazi-Profiteure“ miteinordnen, kann ich keinesfalls akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Eike Schlüter
Geschäftsführer, Chefredakteur
Zeitungsgruppe ROSENHEIMER NACHRICHTEN

Stellungnahme Andreas Salomons zu Eike Schlüter sowie dessen Antwort

Kolbermoor, 10. August 2009

Sehr geehrter Herr Schlüter,

vor wenigen Tagen wurde mir von unserem GEW-Bezirksvorsitzenden Herrn Peter Caspari eine Mail weitergeleitet, in der Sie sich unter anderem auch auf mich beziehen. Ich bin sehr verwundert, dass Sie sich mit Ihren Gedanken an die unterschiedlichsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wenden, mich aber als eine angesprochene Person übergehen. Da ich in dem Buch „Döser und Kathrein – Profiteure der Nazis?“ von Prof. Dr. Klaus Weber, über das Sie sich auslassen, als Kreisvorsitzender der GEW das Vorwort geschrieben habe, wäre es für Sie als Journalisten doch ein Leichtes gewesen, meine Anschrift ausfindig zu machen.

Sie schreiben u.a.:

Herr Weber und Herr Salomon sind aber glücklicherweise die ersten, die mir Feigheit vorwerfen. Ich kann diesen Vorwurf umgehen, da ich im Gegensatz zu den beiden Herrn der Überzeugung bin, dass Intelligenz manchmal der bessere Ratgeber ist als blinde ideologische Verbohrtheit. Ich hätte es auch hingenommen, wenn Sie uns in dem Buch einfach nur vorgeworfen hätten, dass wir nicht über den Vortrag berichtet haben. Aber die Art und Weise, wie umfangreich und unsachlich Sie hier die ROSENHEIMER NACHRICHTEN attackieren und uns fast schon auf diene Stufe mit den Firmen OVB und Kathrein stellen, kann ich keinesfalls akzeptieren.

Dieser Passage steht kurioserweise nur ein einziger Satz gegenüber, den ich in besagtem Vorwort bezüglich der ROSENHEIMER NACHRICHTEN geschrieben habe.

Dieser Satz relativ am Schluss meiner Ausführungen lautet:

„Besonders das Verhalten der rosenheimer nachrichten, die trotz Anwesenheit von Redakteuren keinerlei Bericht brachten, ist in diesem Zusammenhang erschütternd.“

Sehr geehrter Herr Schlüter, wie kommen Sie dazu, aus dieser knappen, zweifellos sachlich richtigen Feststellung Ihre obigen Ausführungen abzuleiten? Es ist doch wohl unzweifelhaft, dass bei besagter Veranstaltung Redakteure der ROSENHEIMER NACHRICHTEN anwesend waren und dennoch nicht berichtet wurde. Ich werde doch wohl noch das Recht haben, diesen Sachverhalt als „erschütternd“ zu bezeichnen.

Sie behaupten nun:

  1. Ich hätte Ihnen Feigheit vorgeworfen.
  2. Meine Kritik sei Ausdruck von „blonder, ideologischer Verbohrtheit“.

ad 1.: Es ist absolut unrichtig, dass ich Ihnen „Feigheit“ vorgeworfen hätte. Wie kann man dies aus meinem einen Satz herauslesen? Ich habe keinerlei Mutmaßungen angestellt, warum Sie über die Veranstaltung nicht berichtet haben. Ich habe lediglich den Sachverhalt bewertet. Eine Begründung Ihrerseits war mir bislang nicht bekannt. Jetzt haben Sie eine genannt. Sie beurteilen Ihr Verhalten als Ausdruck von „Intelligenz“. Gestatten Sie mir, dass ich Ihnen da nicht folgen kann. Denn sie bieten keinerlei Begründung dafür an, wieso sie „intelligent“ gehandelt haben sollten. Möchten Sie mich also auffordern, selbst meine Schlussfolgerungen zu ziehen?

Sie behaupten also – verstehe ich Sie richtig – es sei für die ROSENHEIMER NACHRICHTEN „intelligent“ gewesen zu schweigen. Warum? Zieht die Zeitung einen Vorteil daraus, den Mund zu halten? Nun allerdings frage ich mich schon, ob hier nicht tatsächlich ein gerüttelt Maß an Feigheit eine Rolle spielt. Was haben Sie zu verlieren? Was befürchten Sie? Sie sprechen nebulös von einer „schwierigen Situation“. Worin besteht diese?

Ich denke, als Journalist sind hohe Erwartungen an Sie gerichtet, die u.a.auf einer offenen, uneingeschränkten Berichterstattung fußen. Wenn Sie meinen, diese opfern zu müsse, weil ein stärkerer Konkurrent (das vermute ich) Sie bedrängt, dann bedauere ich das über alle Maßen. Vielleicht würden Sie und Ihre Zeitung gerade gewinnen, wenn Sie sich nicht ducken, sondern die Konfrontation wagen.

ad 2.:

Sie schreiben:

Ich kann mit diesem Vorwurf umgehen, da ich im Gegensatz zu den beiden Herren der Überzeugung bin, dass Intelligenz manchmal der bessere Ratgeber ist als blinde ideologische Verbohrtheit.

Aus meiner Kritik, dass die ROSENHEIMER NACHRICHTEN über den Vortrag nicht berichtet haben, aus meinem einzigen Satz zur Thematik folgern Sie, mein Verhalten sei von „blinder, ideologischer Verbohrtheit“ gekennzeichnet.

Sie flüchten sich also zur Verteidigung in eine primitive, emotionsgeladene, reaktionäre Schablone, die selbstverständlich beleidigenden Charakter hat, um mich damit in eine Ecke abzudrängen, aus der heraus eine weitere Diskussion sich erübrigt. Weder als Privatperson noch als Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft will und kann ich mir Derartiges gefallen lassen. Ersparen Sie es mir, auf das dümmliche Dreigestirn von Blindheit, Ideologie und Verbohrtheit als Germanist näher einzugehen. Ich erwarte aber von einem Journalisten, dass er sich in der Lage zeigt, seine Kontrahenten nicht mundtot machen zu wollen, sondern mit Ihnen die kritische Auseinandersetzung zu suchen. Das haben Sie mit mir nicht einmal im Ansatz versucht. Und das ist mehr als bedauerlich. Und Ihr Fehlverhalten wiegt um so schwerer, als Sie es für nötig hielten, mit Ihren unausgegorenen, vorurteilsbeladenen Gedanken bezüglich meiner Person auch noch an eine gewisse Öffentlichkeit zu gehen.

Sie werden verstehen, dass ich eine persönliche Entschuldigung erwarte und eine entsprechende Information der Persönlichkeiten, die Sie mit Ihrem Schreiben unterrichtet haben.

In der Hoffnung , dass in der Zukunft die ROSENHEIMER NACHRICHTEN durch eine offene und faire und mutige Berichterstattung überzeugen,

verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Ihr Andreas Salomon
(GEW-Kreisvorsitzender)

Antwort Eike Schlüters

> Von: Eike Schlüter [...]
> Betreff: AW: Schreiben von Eike Schlüter, Ro.Na.
> An: "Andreas Salomon" [...]
> Datum: Montag, 10. August 2009, 22:48
> Sehr geehrter Herr Salomon,
> 
> vielen Dank für Ihre Mail. Es tut mir leid, wenn die
> Intention meines Schreibens vom vergangenen Mittwoch
> vielleicht etwas missverständlich war. Ich wollte weder
> irgendjemandem das Recht auf seine freie Meinungsäußerung
> absprechen noch irgendwelche ideologischen Debatten
> anstoßen. Selbstverständlich dürfen Sie den ROSENHEIMER
> NACHRICHTEN ein aus Ihrer Sicht "erschütterndes Verhalten"
> vorwerfen. Genauso wie Herr Prof. Weber uns Feigheit
> vorwerfen darf. Und genauso wie ich insbesondere Herrn Weber
> "ideologische Verborrtheit" vorwerfen darf (was ich im
> übrigen - anders als Sie beide - nur in einer Mail und
> nicht in einem Buch getan habe).
> 
> Insofern hätte ich mir den von Ihnen zitierten letzten
> Absatz meines Schreibens besser sparen sollen. Ich nehme
> diesen hiermit zurück und entschuldige mich dafür. Mir
> ging es mit meiner Mail nämlich natürlich keinesfalls
> darum, jemanden mundtot zu machen. Mir ging und geht es um
> die Arbeitsweise des Autors, für dessen Buch Sie ein
> Vorwort geschrieben haben und das von der GEW mitfinanziert
> wurde. Mir ging und geht es um zahlreiche grobe Verstöße
> gegen presserechtliche Bestimmungen und die journalistische
> Sorgfaltspflicht.
> 
> Auf ein Statement zu diesen Verstößen warte ich bisher
> vergeblich. Vermutlich weilt Herr Prof. Weber im Urlaub.
> 
> Ich hätte Ihnen mein Schreiben vom vergangenen Mittwoch
> übrigens gerne direkt zukommen lassen. Aber leider stand
> auf der Webseite der GEW Rosenheim nur die Mailadresse von
> Herrn Schober. Ich war mir jedoch sicher, dass er die Mail
> an Sie weiterleiten würde.
> 
> Mit freundlichen Grüßen
> 
> 
> Eike Schlüter
> Geschäftsführer, Chefredakteur
> 
> INNdependent Media GmbH - Zeitungsgruppe ROSENHEIMER
> NACHRICHTEN

Stellungnahme Klaus Webers zu Eike Schlüter

Stellungnahme zur Email vom Geschäftsführer und Chefredakteur der Rosenheimer Nachrichten vom 5. August 2009

Sehr geehrter Herr Schlüter,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre kritischen Worte zu meinem Buch „Döser und Kathrein – Profiteure der Nazis?“. Da Sie Ihre Mail an diverse Personen des öffentlichen Lebens verschickt haben, möchte diese Stellungnahme – die Sie sich ja wünschten – ebenfalls an alle senden.

  1. Zum Hintergrund: Anfang des Jahres 2008 rief ich Sie an und fragte, ob Sie Interesse hätten, zur Bergmann/Döser-Geschichte was in den RN zu bringen. Dazu erklärten Sie sich grundsätzlich bereit. Sie sind dann auch auf der Oktober-Veranstaltung 2008 zum Thema gewesen. Berichtet haben Sie nichts. Klar war, dass Sie zu Kathrein nichts bringen. Bereits im Frühjahr teilten Sie mir mit, dass das nicht ginge. Da ich weiß, dass Kapitalismus auch etwas mit Anzeigenkunden für die Presse zu tun hat, hatte und habe ich für Ihre ehrliche Antwort in Bezug auf Kathrein volles Verständnis. Seit Erscheinen des Buchs haben Sie mehrere Faxe von mir bekommen mit Hinweisen auf das Buch – keine Reaktion. Nachdem ich am 3.8.2009 dem Hauptgesellschafter (Ziffer 86 des Buchs) der RN, Herrn Erich Scharf, eine Email schickt mit der Frage, ob er mein Buch kaufen wolle und lesen wolle, was darin über die RN stünde, haben Sie „plötzlich“ reagiert.
  2. Sie schreiben, ich hätte Ihnen eine „recht forsche Email geschickt und gefragt, warum wir nicht … berichtet haben.“ Meine Email vom 1.12.2008 ist als Nummer 83 im Buch nachzulesen. Sie beginnt: „Sehr geehrter Herr Schlüter, ich bin irritiert, dass die RN bisher nichts über den Abend in Rosenheim gebracht haben“. Es entzieht sich meinen Möglichkeiten zu verstehen, was daran „recht forsch“ sein soll.
  3. Sie behaupten, ich hätte in meinem Buch „mehrere Rechtsverstöße“ begangen. So weit ich weiß, stellen in Deutschland nach wie vor Gerichte fest, ob jemand Rechtsverstöße begeht und nicht Redakteure oder Journalisten. Sollte mir da etwas entgangen sein bei meiner aufmerksamen Beobachtung der Legislative, so wäre ich dankbar, Sie würden mich über diesbezügliche Änderungen informieren.
  4. Sie schreiben, ich würde „indirekt“ behaupten, Sie schrieben nichts über Kathrein wegen irgendeiner Beziehung, die Ihr werter Bruder zu dessen Firma haben solle. Eine Behauptung – insbesondere, wenn ich sie tätige – ist immer das direkte Benennen von Sachverhalten. Insofern ist der Ausdruck „indirekte Behauptung“ ein Oxymoron. Sie können selbst nachlesen, dass den Zusammenhang Kathrein und Schlüter/Bruder eine andere Person fragend hergestellt hat (Ziffer 91 meines Buchs). Ich selbst ziehe es vor, Dinge direkt zu behaupten und für falsche Behauptungen bitte ich auch gerne um Entschuldigung.
  5. Sie zweifeln, ebenso wie der Hauptgesellschafter der RN, Herr Erich Scharf/Salzburg, daran, dass die Inhalte meines Buchs gut recherchiert sind („…muss dies mittlerweile aber sehr bezweifeln…“ / Scharf: „…sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht darüber berichten. Zum einen weil wir die Fakten nicht wirklich überprüfen können….“). Da mein Vortrag vom Oktober 2008 wie auch die Inhalte meines Buchs (bis auf die Vorworte) zu 100% wiedergegebene Aktenfunde sind, denen jeweils der Findeort im Staatsarchiv bzw. in anderen Archiven, Bibliotheken oder Zeitschriften vorangestellt ist, war für jeden Zuhörer nachvollziehbar (und ist dies auch für jede/n Leser/in), dass meine Darstellung der Aktenfunde belegt ist. Wenn Herr Scharf also schreibt, das sei nicht überprüfbar gewesen, so ist das schlicht falsch. Die RN konnten nichts bringen (über die Gründe lässt sich spekulieren) oder wollten nicht. Fakt ist: Stadt und Landkreis Rosenheim haben kein Presseorgan, das der journalistischen Sorgfaltspflicht in diesem Fall genüge tun würde. Ich finde es aber nach wie vor wichtig, dass die RosenheimerInnen etwas mehr über die Nazis Döser und Kathrein lesen und etwas weniger über Kaninchenzuchtvereine oder Trachtenbräuche.
  6. Da ich keine Internetseite mit dem von Ihnen genannten Titel betreibe, kann ich darin auch Ihre Stellungnahme nicht veröffentlichen.
  7. Da Sie an alle Buchhandlungen schrieben, die das Buch dankenswerter Weise in Rosenheim verkaufen, werde ich meine Stellungnahme selbstverständlich persönlich bei diesen Buchhandlungen vorbeibringen. Sollten Sie Interesse an den beiden Lesungen zu meinem Buch haben, die in München stattfinden, so teile ich Ihnen die Termine gerne mit.

Dr. Klaus Weber, 4.9.2009, Neuried

Buch im Einzelhandel erhältlich

Das Buch „Döser und Kathrein. Profiteure der Nazis?“, das als Beiheft zum Jahrbuch der Geschichtswerkstatt Kolbermoor erschienen ist, kann jetzt auch in mehreren Rosenheimer Buchhandlungen bezogen werden. Es enthält eine Audio-CD vom gleichnamigen Vortrag im Oktober 2008,. Ergänzt wurden gegenüber der hier zum download angebotene Manuskript einige Reaktionen und weitere Quellen. Kopien historischer Original-Dokumente runden die Publikation ab.

Der Band kostet 14,-€ und konnte mit Unterstützung des DGB Bildungswerks und der GEW Oberbayern erstellt werden. Er wird derzeit zumindest angeboten von folgenden Buchhandlungen:

  • Buchhandlung Beer
    Heilig-Geist-Str. 2B | Rosenheim
  • Buchhandlung Bensegger
    Max-Josefs-Platz 32 | Rosenheim | website
  • Buchhandlung Frohne
    Münchener Strasse 37 | Rosenheim | website
  • Bücher Fuchs
    Münchener Str. 3 | Rosenheim | website
  • Buchhandlung Levin
    An der Alten Spinnerei 3 | Kolbermoor
  • Buchhandlung Paintner
    Ruedorfferstr. 3 | Rosenheim

Sollte eine Buchhandlung, die den Band anbietet, hier nicht genannt sein, ist das keine Absicht – wir bitten um Ergänzung und tragen in alphabetischer Reihenfolge nach.






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