Stellungnahme Klaus Webers zu Eike Schlüter

Stellungnahme zur Email vom Geschäftsführer und Chefredakteur der Rosenheimer Nachrichten vom 5. August 2009

Sehr geehrter Herr Schlüter,

haben Sie herzlichen Dank für Ihre kritischen Worte zu meinem Buch „Döser und Kathrein – Profiteure der Nazis?“. Da Sie Ihre Mail an diverse Personen des öffentlichen Lebens verschickt haben, möchte diese Stellungnahme – die Sie sich ja wünschten – ebenfalls an alle senden.

  1. Zum Hintergrund: Anfang des Jahres 2008 rief ich Sie an und fragte, ob Sie Interesse hätten, zur Bergmann/Döser-Geschichte was in den RN zu bringen. Dazu erklärten Sie sich grundsätzlich bereit. Sie sind dann auch auf der Oktober-Veranstaltung 2008 zum Thema gewesen. Berichtet haben Sie nichts. Klar war, dass Sie zu Kathrein nichts bringen. Bereits im Frühjahr teilten Sie mir mit, dass das nicht ginge. Da ich weiß, dass Kapitalismus auch etwas mit Anzeigenkunden für die Presse zu tun hat, hatte und habe ich für Ihre ehrliche Antwort in Bezug auf Kathrein volles Verständnis. Seit Erscheinen des Buchs haben Sie mehrere Faxe von mir bekommen mit Hinweisen auf das Buch – keine Reaktion. Nachdem ich am 3.8.2009 dem Hauptgesellschafter (Ziffer 86 des Buchs) der RN, Herrn Erich Scharf, eine Email schickt mit der Frage, ob er mein Buch kaufen wolle und lesen wolle, was darin über die RN stünde, haben Sie „plötzlich“ reagiert.
  2. Sie schreiben, ich hätte Ihnen eine „recht forsche Email geschickt und gefragt, warum wir nicht … berichtet haben.“ Meine Email vom 1.12.2008 ist als Nummer 83 im Buch nachzulesen. Sie beginnt: „Sehr geehrter Herr Schlüter, ich bin irritiert, dass die RN bisher nichts über den Abend in Rosenheim gebracht haben“. Es entzieht sich meinen Möglichkeiten zu verstehen, was daran „recht forsch“ sein soll.
  3. Sie behaupten, ich hätte in meinem Buch „mehrere Rechtsverstöße“ begangen. So weit ich weiß, stellen in Deutschland nach wie vor Gerichte fest, ob jemand Rechtsverstöße begeht und nicht Redakteure oder Journalisten. Sollte mir da etwas entgangen sein bei meiner aufmerksamen Beobachtung der Legislative, so wäre ich dankbar, Sie würden mich über diesbezügliche Änderungen informieren.
  4. Sie schreiben, ich würde „indirekt“ behaupten, Sie schrieben nichts über Kathrein wegen irgendeiner Beziehung, die Ihr werter Bruder zu dessen Firma haben solle. Eine Behauptung – insbesondere, wenn ich sie tätige – ist immer das direkte Benennen von Sachverhalten. Insofern ist der Ausdruck „indirekte Behauptung“ ein Oxymoron. Sie können selbst nachlesen, dass den Zusammenhang Kathrein und Schlüter/Bruder eine andere Person fragend hergestellt hat (Ziffer 91 meines Buchs). Ich selbst ziehe es vor, Dinge direkt zu behaupten und für falsche Behauptungen bitte ich auch gerne um Entschuldigung.
  5. Sie zweifeln, ebenso wie der Hauptgesellschafter der RN, Herr Erich Scharf/Salzburg, daran, dass die Inhalte meines Buchs gut recherchiert sind („…muss dies mittlerweile aber sehr bezweifeln…“ / Scharf: „…sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht darüber berichten. Zum einen weil wir die Fakten nicht wirklich überprüfen können….“). Da mein Vortrag vom Oktober 2008 wie auch die Inhalte meines Buchs (bis auf die Vorworte) zu 100% wiedergegebene Aktenfunde sind, denen jeweils der Findeort im Staatsarchiv bzw. in anderen Archiven, Bibliotheken oder Zeitschriften vorangestellt ist, war für jeden Zuhörer nachvollziehbar (und ist dies auch für jede/n Leser/in), dass meine Darstellung der Aktenfunde belegt ist. Wenn Herr Scharf also schreibt, das sei nicht überprüfbar gewesen, so ist das schlicht falsch. Die RN konnten nichts bringen (über die Gründe lässt sich spekulieren) oder wollten nicht. Fakt ist: Stadt und Landkreis Rosenheim haben kein Presseorgan, das der journalistischen Sorgfaltspflicht in diesem Fall genüge tun würde. Ich finde es aber nach wie vor wichtig, dass die RosenheimerInnen etwas mehr über die Nazis Döser und Kathrein lesen und etwas weniger über Kaninchenzuchtvereine oder Trachtenbräuche.
  6. Da ich keine Internetseite mit dem von Ihnen genannten Titel betreibe, kann ich darin auch Ihre Stellungnahme nicht veröffentlichen.
  7. Da Sie an alle Buchhandlungen schrieben, die das Buch dankenswerter Weise in Rosenheim verkaufen, werde ich meine Stellungnahme selbstverständlich persönlich bei diesen Buchhandlungen vorbeibringen. Sollten Sie Interesse an den beiden Lesungen zu meinem Buch haben, die in München stattfinden, so teile ich Ihnen die Termine gerne mit.

Dr. Klaus Weber, 4.9.2009, Neuried


1 Antwort auf “Stellungnahme Klaus Webers zu Eike Schlüter”


  1. 1 Eike Schlüter (Rosenheimer Nachrichten) zum Buch... Trackback am 12. September 2009 um 12:46 Uhr
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