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SZ: „Ende des Schweigens“

Die Süddeutsche vom heutigen 29.10.08 kündigt heute unter dem Titel „Ende des Schweigens. Vortrag über Rosenheimer Firmen.“ (S. 35) die Veranstaltung an. Der Bericht enthält schon einmal einen Vorgeschmack auf die heutige Veranstaltung. Wir zitieren.

Ende des Schweigens
Vortrag über Rosenheimer Firmen in der NS-Zeit

Lange hat der Gründer des heute größten Unternehmens in Rosenheim nicht gebraucht, bis er sich als Mitglied 1724236 registrieren ließ. Am 1.Mai 1933 folgte Anton Kathrein senior dem Ruf des Führers […]
Neben dem Antennenhersteller Kathrein hat sich Weber mit der Verlegerfamilie Döser beschäftigt. Vor dem Krieg war Döser, Großvater des heutigen Verlegers Oliver, ein einfacher Angestellter. Wenige Jahre danach war er beteiligt an dem Rosenheimer Verlag, der heute mit sieben Lokalzeitungen, zwei Anzeigenblättern und zwei Radiosendern ein fast uneingeschränktes Monopol in der Region besitzt. […] Er wurde als „Belasteter“ in zweiter Instanz dazu verurteilt, ein Viertel seines Vermögens abzugeben und auf viele bürgerliche Ehrenrechte zu verzichten. […]
Die heutigen Firmenchefs halten Anton Kathrein […] und Oliver Döser, Leiter des OVB Medienhauses, halten es wie ihre Vorfahren: Sie schweigen. Man wolle sich zu diesem Thema nicht äußern, heißt es.

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Der vollständige Artikel ist von der Süddeutschen Zeitung zeitweise in das Online-Angebot aufgenommen worden. Er wird bei Indymedia zweimal referenziert: 1
2 – pdf (176kB)

Ein Schelm, wer dabei böses denkt…

Die Redaktion erreichte folgender Kommentar einer_s Leser_in; darin wird berichtet, welche offensichtlichen Affinitäten das Oberbayerische Volksblatt auch heute zu rassistischem, antisemitischen und rechtspopulistischen Inhalten hat. Die dargestellten Fälle von Leserbriefen sind dabei nur die, die vom Presserat gerügt wurden. Einer solchen Rüge muss ein Antrag vorausgehen, der Presserat wird nicht von selbst tätig.

Ein Schelm wer böses dabei denkt….

Immer wieder spannend im Zusammenhang mit Dösers Regionalzeitung „Oberbayerisches Volksblatt“ OVB ist die Leserbriefseite der Wochenendaussgabe. Hier tummeln sich rechtslastige Leserbriefe die teilweise die Grenze zum Antisemitismus weit überschreiten. Im Jahr 2006 rügte der Deutsche Presserat das OVB öffentlich wegen eines Leserbriefes von Peter Rohrmooser aus Stephanskirchen. Dieser schwadronierte in diesem, dass die „jüdische Welteroberung“ im Irak ins Stocken geraten sei und das Juden die Zeit bekämen „die sie brauchen, um den Libanon zu vernichten und dort einen Holocaust auszulösen“.
Der Presserat wies darauf hin, dass auch bei der veröffentlichung von Leserbriefen die Publizistischen Grundsätze beachtet werden müssen, die Redaktion also eine Prüfpflicht habe. Der Lesebrief wurde als diskriminierend eingestuft. Eine öffentliche Rüge ist die stärkste Sanktion die dem Presserat möglich ist.
Doch im März 2008 „rutschte“ der Redaktion um Willi Börsch ein weiterer Leserbrief desselben Autors durch die Prüfinstanzen, soweit es solche überhaupt gibt. In diesem antisemitischen „Meisterwerk“ zur Lichtensteiner Steueraffaire behauptete Rohrmooser, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) schon „seit Adenauer … alle weltweit gesammelten Informationen an den Mossad“ weiterreiche, der Israelische Geheimdienst somit alle Informationen über Schwarzgeldkonten inklusive der Klarnamen habe, was insbesondere solche Personen erpressbar mache, welche „in Deutschland eine wichtige Funktion in Wirtschaft oder Politik“ ausüben.
Das hätte „Der Stürmer“ nicht besser hinbekommen. Die Deutschen Eliten in der erpresserischen Hand des Jüdischen Geheimdienstes. Antisemitische Weltverschwörungstheorien exclusiv in Ihrer Regionalzeitung.
Es verwundert in diesem Zusammenhang auch nicht, dass Chefredakteur Börsch der Neurechten Zeitung „Junge Freiheit“ mit den Worten „Ein nationalliberaler Stachel im Gesäß politischer Dampfplauderer“ zum zwanzigsten Erscheinungsjahr gratuliert. Auch die wohlwohlende Berichterstattung über die rechtspopulistische Partei „Die Republikaner“ ist erwähnenswert, hier bekam der Stimmkreiskandidat Hötzl sogar ein Landtagswahlpodcast, mit dem er sich vorstellen konnte..
Apropos Internet: In der Kommentarfunktion der Internetseite tummeln sich Personen, die sich als „Lunikoff“ betiteln. Lunikoff ist nicht nur eine ehemalige DDR Wodkamarke, sondern auch Pseudonym von Michael Regener, seines Zeichens Sänger der als kriminelle Vereinigung eingestuften Neonaziband „Landser“. Ich will mal nicht behaupten das Regner diese Kommentare schreibt aber welchen Geistes Kind solche Ergüsse sind, ist offensichtlich.
Das OVB ist am rechten Auge völlig erblindet. Vielleicht wäre etwas Vergangenheitsbewältigung nicht die schlechteste Therapie um wenigstens etwas Durchblick zu erhalten.

Quellen (ua):
http://www.redok.de/content/view/1059/38/
http://www.redok.de/content/view/508/38/
http://www.presserat.de/Pressemitteilung_anzei.pm+M517a93ba33d.0.html




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