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Ein Vortrag und seine Fortsetzung!

„Kathrein & Döser – Profiteure der Nazis?“ Das hatten wir doch schon einmal? Stimmt! Aber nicht nur, weil einige Menschen im Oktober vergangenen Jahres an der Türe abgewiesen wurden, lohnt sich ein erneuter Anlauf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lädt deshalb Klaus Weber am Montag, 15.06.09, erneut ins Gasthaus Ocakbasi im Schützenwirt ein (Beginn: 19:30 Uhr).

Im Oktober wurde mit zahlreichen historischen Quellenzitaten die Geschichte der Kathrein Werke und des Oberbayerischen Volksblattes (OVB) hinsichtlich deren NS-Vergangenheit illustriert. Aktuellere Ausschnitte und Informationsschnipsel warfen einen Blick darauf, wie eine Diskussion darüber in der Region Rosenheim eben nicht geführt worden war.

Klaus Weber hat die Quellen ergänzt: Vor allem um die Reaktionen, die ihn nach der ersten Veranstaltung erreichten. Aber auch die Korrespondenz mit einer Journalistin, die nicht über die Thematik schreiben durfte, nimmt breiten Raum auf. Die Dokumente werfen dieses Mal auch kein besonders gutes Licht auf die Rosenheimer Nachrichten. Ein Nachruf auf den Tod Maria Bergmanns und ein dazu nicht veröffentlichter Leser_innenbrief bilden den Schlusspunkt der Zusammenstellung. Maria war Tochter Heinrich Bergmanns, der nach Inhaftierung im KZ Dachau die Wendelstein Zeitung aus einer Zwangslage heraus an Alfons Döser senior weit unter Wert verkaufen musste.

Mit Unterstützung des DGB Bildungswerks und der GEW Oberbayern konnte das Ganze auch als Beiheft des Jahrbuchs zur Geschichte Kolbermoors gedruckt werden. Dem Buch beigelegt ist eine Audio-CD mit dem Vortrag, abgedruckt sind auch einige Kopien von Originalbelegen.
Das Buch kann über die Buchhandlung Levin (Kolbermoor, Alte Spinnerei 3) oder Klaus Weber selbst zum Preis von 14,-€ bezogen werden.

„Es gibt nichts zu entlarven. Das Belastungsmaterial liegt vor“

Der Vortrag ist jetzt als pdf zum download erhältlich. Derzeit ist das verwendete Textmaterial noch ein „ungeschliffener Rohdiamant“. Wir bemühen uns, dieses in eine ansprechendere Form zu bringen. Daneben wird in den nächsten Tagen eine Audio-Dokumentation erfolgen. Stay tuned…

„Kathrein & Döser – Profiteure der Nazis?“ – Vortrag von Klaus Weber (pdf – 746,8 kB)

120 Interessierte zum Vortrag

Weit über 100 Interessierte kamen heute zum Vortrag „Kathrein und Döser – Profiteure der Nazis?“. Der Saal war damit hoffnungslos überfüllt.
Dennoch war kaum ein Mucks zu hören während Klaus Weber Auszüge aus akribisch aneinandergereihten historischen Dokumente verlas. Spannend waren vor allem die Darstellungen der Herren Alfons Döser und Anton Kathrein senior vor der Spruchkammer einerseits und Dokumente aus der Zeit des NS andererseits. Diese wurden kontrastiert vom Bild, das die jeweiligen Unternehmen heute von sich zeichnen.
Schockierend war dabei vor allem die Akribie und der Eifer, den Anton Kathrein sen. und die Führungsriege seines Betriebes an den Tag gelegt haben mussten, um die Kathrein Werke zu einem nationalsozialistischen Musterbetrieb umzubauen bzw. als solchen aufzubauen. Bei Döser hingegen überrascht die Dreistigkeit, mit der auch heute noch die Firmengeschichte zurechtgebogen wird in der Außendarstellung.
In der anschließenden Diskussion ließ sich Klaus Weber durch die deutsch-nationalen, strukturell antisemitischen Äußerungen einer jüngeren Person nicht provozieren. Sehr wertvoll dagegen waren die Beiträge älterer Menschen, die beklagten, dass nicht nur ihre Generation nahezu kollektiv den Mantel der Verschwiegenheit über die historischen Ereignisse gelegt hat, obwohl jedem_r bspw. die Existenz des KZ Dachau bekannt war.

Eine ausführliche Dokumentation der Veranstal>tung erfolgt in den nächsten Tagen über diesen Blog. Nutzt am besten die RSS-Funktion (Erklärung)

SZ: „Ende des Schweigens“

Die Süddeutsche vom heutigen 29.10.08 kündigt heute unter dem Titel „Ende des Schweigens. Vortrag über Rosenheimer Firmen.“ (S. 35) die Veranstaltung an. Der Bericht enthält schon einmal einen Vorgeschmack auf die heutige Veranstaltung. Wir zitieren.

Ende des Schweigens
Vortrag über Rosenheimer Firmen in der NS-Zeit

Lange hat der Gründer des heute größten Unternehmens in Rosenheim nicht gebraucht, bis er sich als Mitglied 1724236 registrieren ließ. Am 1.Mai 1933 folgte Anton Kathrein senior dem Ruf des Führers […]
Neben dem Antennenhersteller Kathrein hat sich Weber mit der Verlegerfamilie Döser beschäftigt. Vor dem Krieg war Döser, Großvater des heutigen Verlegers Oliver, ein einfacher Angestellter. Wenige Jahre danach war er beteiligt an dem Rosenheimer Verlag, der heute mit sieben Lokalzeitungen, zwei Anzeigenblättern und zwei Radiosendern ein fast uneingeschränktes Monopol in der Region besitzt. […] Er wurde als „Belasteter“ in zweiter Instanz dazu verurteilt, ein Viertel seines Vermögens abzugeben und auf viele bürgerliche Ehrenrechte zu verzichten. […]
Die heutigen Firmenchefs halten Anton Kathrein […] und Oliver Döser, Leiter des OVB Medienhauses, halten es wie ihre Vorfahren: Sie schweigen. Man wolle sich zu diesem Thema nicht äußern, heißt es.

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Der vollständige Artikel ist von der Süddeutschen Zeitung zeitweise in das Online-Angebot aufgenommen worden. Er wird bei Indymedia zweimal referenziert: 1
2 – pdf (176kB)

Artikel zur Kathrein KG

Auf der freien, linken Internetplatform indymedia.org wurde ein Artikel, der sich mit Zwangsarbeit bei Kathrein und der Person Anton Kathreins beschäftigt, veröffentlicht. Unter dem Hinweis, dass es sich bei indymedia um ein tendenziöses Medium handelt, bei dem lediglich die Kommentarfunktion für inhaltliche Korrekturen sorgen kann, sei hier verwiesen auf den Bericht „Von Kathrein, Zwangsarbeit und Hochschulrat“.




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